Was man zwischen Sprache, Alltag und neuen Perspektiven lernt

Studentin Tafel Bildung Was man zwischen Sprache, Alltag und neuen Perspektiven lernt

Wer England nur mit Regen, schwarzem Tee und höflichem Smalltalk verbindet, kennt offensichtlich nur einen kleinen Bruchteil des Ganzen. Das Land hat weit mehr zu bieten als seine Klischees.

Es ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Sprachreisen oder Praktika, sondern vor allem auch ein Ort, an dem man sich ausprobieren, entwickeln und womöglich auch ganz neu erfinden kann. Das alles gilt nicht nur für London, auch wenn die Hauptstadt natürlich oft im Fokus steht.

Ob man in Leeds studiert, in Brighton jobbt oder in Oxford ein Praktikum machtEngland prägt. Anders, als man vielleicht denkt, und intensiver, als es in Reiseführern geschrieben steht. Hier deshalb nun ein kleiner Einblick:

 

 

Aus jeder Alltagssituation lernen

 

Es gibt Erlebnisse, die im Kopf bleiben, obwohl sie gar nicht allzu spektakulär waren. Der erste Einkauf im britischen Supermarkt, bei dem man ewig nach bestimmten Dingen sucht. Oder das erste Gespräch mit einer Mitbewohnerin aus einer bestimmten Region, bei dem man nur die Hälfte versteht, aber trotzdem freundlich nickt. Genau diese Situationen zeigen: Lernen passiert nicht nur in Klassenzimmern. Es passiert vielmehr zwischen den Zeilen, im Alltag, beim Scheitern und beim Improvisieren.

Wer ein paar Wochen oder Monate in England verbringt, lernt mehr als nur Vokabeln. Man schult das eigene Sprachgefühl, aber auch kulturelle Feinheiten, Kommunikationsformen, sogar ein bisschen Selbstironie. Denn wenn man merkt, dass das eigene Schulenglisch nicht immer ausreicht, muss man kreativ werden. Und genau dort beginnt das eigentliche Lernen.

 

Das echte Leben in England

 

Es ist selbstverständlich ein Unterschied, ob man England nur besucht oder dort lebt. Im Urlaub bleibt man oft in der Rolle des Beobachters, aber wer eine Weile bleibt, taucht tief ein. Man lernt, dass britischer Humor viel mit Understatement zu tun hat. Dass „not bad“ eigentlich ein echtes Kompliment ist. Und dass man sich über das Wetter unterhält, selbst wenn draußen strahlender Sonnenschein ist.

Der Alltag bringt neue Routinen mit sich: Der Bus kommt selten pünktlich, das Brot ist anders, und man lernt, dass Milch in Tee nicht nur akzeptiert, sondern Standard ist. Klingt zwar im ersten Moment banal – ist aber genau das, was einem zeigt, wie stark man sich an die Heimat gewöhnt hat. Und wie erfrischend es zudem sein kann, wenn plötzlich alles ein wenig anders läuft.

 

Sprache als Schlüssel – aber nicht nur zur Verständigung

 

Natürlich ist Englisch der Dreh- und Angelpunkt. Viele kommen nach England, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern – und das funktioniert auch. Aber nicht, weil man sich hinsetzt und stumpf Vokabeln lernt. Sondern wohl eher, weil man gezwungen ist, zu sprechen, zu verstehen sowie auch zu reagieren. Die Sprache wird zum Werkzeug, nicht zum Prüfungsstoff.

Besonders spannend wird es jedoch, wenn man nicht nur auf „British English“ trifft, sondern auf verschiedene Akzente, Redewendungen und Umgangsformen. In Nordengland beispielsweise klingt vieles ganz anders als im Süden. In London trifft man auf Englisch aus aller Welt. Man lernt zuzuhören, nachzufragen, Missverständnisse auszuhalten – und wächst dabei enorm.

 

Bildung hat viele Formen – und England viele Möglichkeiten

 

Natürlich hat nicht jeder, der nach England geht, ein festes Programm. Manchmal ergibt sich ein Praktikum, manchmal ist es ein Freiwilligendienst, ein Sprachkurs oder einfach eine Auszeit zwischen Schule und Studium. Und egal, welchen Weg man wählt – man lernt. Über das Land, über sich selbst, über das Zusammenleben mit anderen.

Für viele ist der Aufenthalt in England auch eine Fortsetzung früherer Erfahrungen. Vielleicht war man während der Schulzeit schon einmal für einen Schüleraustausch nach England dort. Damals hat man den britischen Schulalltag erlebt, in einer Gastfamilie gewohnt, sich vielleicht noch fremd gefühlt.

Jetzt sieht man das Land aus einer anderen Perspektive – erwachsener, selbstständiger. Und merkt vielleicht, wie sehr einen die damalige Erfahrung geprägt hat.

 

Die Rückkehr und was danach bleibt

 

Wer zurückkehrt, hat nicht nur neue Wörter im Kopf. Man bringt etwas mit, das schwer in Worte zu fassen ist. Vielleicht ein anderes Selbstverständnis im Umgang mit Menschen. Mehr Geduld. Mehr Mut.

Oder einfach die Erkenntnis, dass man sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden und jede Situation selbstständig meistern kann. Das schafft Selbstvertrauen für zukünftige Herausforderungen.

 

England lohnt sich in jedem Fall

 

Ob also Praktikum, Sprachreise, Nebenjob oder einfach nur ein paar Wochen Alltag in einem anderen Land: England bietet jungen Menschen die Chance, sich auszuprobieren. Nicht, um ein fertiges Ergebnis zu erzielen, sondern um sich auf den Prozess einzulassen. Und genau das macht den Aufenthalt so wertvoll. Denn man kommt schließlich nicht nur mit besseren Sprachkenntnissen zurück – sondern mit einem neuen Blick auf die Welt.

 

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