
Ein Studium in England gehört für viele junge Menschen zu den größten Träumen. Renommierte Universitäten, internationale Netzwerke und exzellente Studienbedingungen machen das Vereinigte Königreich zu einem attraktiven Studienstandort. Allerdings hat ein Studium an einer britischen Universität seinen Preis. Studiengebühren und Lebenshaltungskosten können schnell mehrere Zehntausend Pfund pro Jahr betragen.
Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Finanzierung auf mehrere Säulen zu verteilen. Wer frühzeitig plant und verschiedene Fördermöglichkeiten kombiniert, kann seinen Traum vom Studium in England deutlich realistischer machen.
1. Stipendien der Universitäten nutzen
Viele britische Hochschulen vergeben eigene Stipendien an internationale Studierende. Dabei handelt es sich häufig um:
- Leistungsstipendien (Merit Scholarships)
- Teilstipendien für internationale Studierende
- Fachbezogene Förderprogramme
- Sport- oder Musikstipendien
Die Höhe der Förderung variiert stark. Manche Stipendien reduzieren lediglich die Studiengebühren um einige Tausend Pfund, andere übernehmen einen deutlich größeren Anteil der Kosten.
Wichtig: Die Bewerbungsfristen liegen oft viele Monate vor Studienbeginn. Informiere dich daher frühzeitig auf der Website deiner Wunschuniversität.
2. Staatliche und internationale Stipendien prüfen
Neben den Hochschulen existieren zahlreiche externe Förderprogramme.
Für Masterstudierende gehören beispielsweise die Chevening Scholarships zu den bekanntesten internationalen Programmen. Daneben gibt es je nach Herkunftsland weitere staatliche oder private Fördermöglichkeiten.
Auch Stiftungen, Austauschorganisationen oder Förderwerke unterstützen Auslandsstudien unter bestimmten Voraussetzungen.
Je nach Programm können gefördert werden:
- Studiengebühren
- Lebenshaltungskosten
- Reisekosten
- Versicherungen
Die Auswahlverfahren sind häufig anspruchsvoll. Gute Noten, gesellschaftliches Engagement und überzeugende Motivationsschreiben erhöhen die Chancen erheblich.
3. Auslands-BAföG nicht vergessen
Viele deutsche Studieninteressierte schließen Auslands-BAföG vorschnell aus.
Dabei gelten beim Auslandsstudium oft höhere Einkommensgrenzen als beim klassischen Inlands-BAföG. Deshalb erhalten auch Studierende eine Förderung, die in Deutschland keinen Anspruch hätten.
Je nach persönlicher Situation können unter anderem übernommen werden:
- ein Teil der Studiengebühren
- Zuschüsse für Reisekosten
- Krankenversicherung
- monatliche Lebenshaltungskosten
Ein großer Vorteil: Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.
4. Nebenjob während des Studiums
Mit einem gültigen Studierendenvisum dürfen internationale Studierende in vielen Fällen während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. In den Semesterferien ist häufig auch eine Vollzeitbeschäftigung möglich – abhängig von den jeweiligen Visabedingungen. (GOV.UK)
Beliebte Nebenjobs sind beispielsweise:
- Arbeit im Café oder Restaurant
- Tätigkeiten auf dem Campus
- Bibliothek
- Einzelhandel
- Nachhilfe
- Werkstudentenstellen in Unternehmen
Ein Nebenjob finanziert zwar selten das komplette Studium, kann aber einen wichtigen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten leisten.
5. Bildungskredite und Studienfinanzierung vergleichen
Wenn Stipendien und Eigenkapital nicht ausreichen, kann ein Studienkredit sinnvoll sein.
Vor einer Entscheidung solltest du genau vergleichen:
- Zinssätze
- Rückzahlungsbeginn
- maximale Fördersumme
- Laufzeit
- Sondertilgungen
Ein Kredit sollte immer nur ein Baustein der Finanzierung sein und möglichst mit Stipendien oder eigenen Ersparnissen kombiniert werden.
6. Frühzeitig Rücklagen bilden
Wer bereits ein oder zwei Jahre vor Studienbeginn spart, verschafft sich deutlich mehr finanzielle Flexibilität.
Mögliche Einnahmequellen sind:
- Ferienjobs
- Werkstudententätigkeiten
- Ausbildungsvergütung
- freiwilliges Sparen während der Schulzeit
Je früher du beginnst, desto geringer fällt später der Finanzierungsbedarf aus.
7. Lebenshaltungskosten realistisch kalkulieren
Neben den Studiengebühren solltest du auch die laufenden Ausgaben nicht unterschätzen.
Dazu gehören unter anderem:
- Miete
- Lebensmittel
- öffentlicher Nahverkehr
- Lernmaterialien
- Freizeit
- Handyvertrag
- Versicherungen
Vor allem in London liegen die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in vielen anderen britischen Städten. Universitätsorte wie York, Leicester, Newcastle oder Cardiff gelten dagegen häufig als etwas günstiger.
Ein realistischer Finanzplan hilft dabei, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Fazit
Ein Studium in England ist eine Investition in die eigene Zukunft – und mit einer guten Planung durchaus finanzierbar. Die meisten Studierenden setzen dabei nicht auf eine einzige Finanzierungsquelle, sondern kombinieren mehrere Möglichkeiten miteinander.
Wer sich frühzeitig über Stipendien informiert, Auslands-BAföG prüft, Rücklagen bildet und gegebenenfalls einen Nebenjob einplant, kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren. Entscheidend ist, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen und alle verfügbaren Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.
Quellen
- GOV.UK – Postgraduate Scholarships for International Students: https://www.gov.uk/postgraduate-scholarships-international-students (GOV.UK)
- GOV.UK – Student Finance: How You’re Assessed and Paid (2026–2027): https://www.gov.uk/government/publications/student-finance-how-youre-assessed-and-paid/student-finance-how-youre-assessed-and-paid-2026-to-2027 (GOV.UK)
- Prospects – University Scholarships and Bursaries (2026): https://www.prospects.ac.uk/applying-for-university/getting-into-university/university-scholarships-and-bursaries (Prospects)
- DAAD – Förderung für Auslandsstudien: https://www.daad.de/
- Auslands-BAföG – Informationen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: https://www.bafög.de/